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Die Programmserie Worlds in Repair findet vom 11. bis 22. Dezember 2026 an verschiedenen Orten in Berlin statt. Das Programm umfasst Veranstaltungen im Studio 1, im Kunstquartier Bethanien, im KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst sowie im öffentlichen Raum und eröffnet vielfältige Perspektiven auf zeitgenössische Kunst und gesellschaftliche Fragestellungen.


In einer Zeit, die von endlosen Kriegen, zunehmender Militarisierung, grenzüberschreitender bewaffneter Gewalt und der kapitalistischen Zerstörung ökologischer Lebensräume geprägt ist, ist die Frage, wie Repair und Wiederherstellung gedacht und Wiedergutmachung praktiziert werden können, unausweichlich geworden.


Worlds in Repair bringt Künstler*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen im Rahmen einer Ausstellung, einem Symposium und in der Auseinandersetzung mit Kunstwerken zusammen, um zu erforschen, wie Kunst und kritisches Lernen in Berlin als Formen der Reparatur wirken können. Als kollektives Vorhaben setzt sich das Projekt mit den anhaltenden Auswirkungen von Gewalt, Vertreibung und der Zerstörung kulturellen Erbes auseinander und beschäftigt sich gleichzeitig mit ungewissen Zukunftsperspektiven. Es stellt die Reparatur als untrennbar von Gerechtigkeit in den Mittelpunkt und fordert Verantwortung gegenüber den Heimsuchungen und der Fortdauer kolonialer Geschichte(n) und Erinnerungen sowie gegenüber den ethischen, ökologischen und politischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ein. Gleichzeitig widersetzt sich das Projekt festgefahrenen Interpretationen und der Gewalt hierarchisierenden Wissens, wie sie politische und kulturelle Institutionen durchdringt, und öffnet so Raum für neue Wege, unsere Welt jenseits der Spaltungen politischer, sozialer und kultureller Polarisierung zu denken.


Die Arbeiten in der Ausstellung, die Beiträge des Symposiums sowie das Programm im öffentlichen Raum reflektieren und vertiefen die Schwerpunkte Repair, Reparation und Gerechtigkeit. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der Aufarbeitung kolonialer Gewalt, ihrer Erzählung, Erinnerung und ihrem Gedenken, ihren Folgen bis in die Gegenwart und der Notwendigkeit des gemeinsamen widerständigen Handelns. Das Programm ist un-disziplinär angelegt, der gleichberechtigte Austausch von Wissen und Erfahrung jenseits disziplinierender Ordnungen stehen im Vordergrund.


Mit:

Ayman Alazraq, Kerylos Aziz, Ariella Aïsha Azoulay, Memory Biwa, Debasish Borah, Marc Da Costa, Nikita Dhawan, Forensic Architecture und Forensis, Šejla Kamerić, Madeleine Kneissig, Ewa Majewska, Abdessamad El Montassir, Yara Mekawei, Ciraj Rassool, Elena Sinanina, Sonya Schönberger, Kamala Vasuki (Vasuki Jeyasankar).


Weitere Mitwirkende des Lenbachhauses und Kunstbaus München: Mona Feyrer, Lisa Kern; sowie des Provenance Lab der Leuphana Universität Lüneburg: Lynn Rother, Claudia Andratschke, Agustina Andreoletti, Nnenna Onuoha.

Das Programm findet in englischer Sprache statt.


Ausstellung

11.–21. Dezember 2026, Studio 1, Kunstquartier Bethanien

Die Ausstellung präsentiert eine Reihe neuer und bereits bestehender Arbeiten internationaler Künstler*innen und Kollektive, die miteinander in einem inhaltlichen Dialog stehen.

Die Soundkünstlerin Yara Mekawei zeigt eine neue Komposition und Installation, die sie gemeinsam mit dem Ägyptologen Kerylos Aziz entwickelt hat. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Erbe und der Geschichte der altägyptischen Pharaonin Hatshepsut.

Marc Da Costa entwickelt eine neue Video-Arbeit zur visuellen Repräsentation westlich-imperialer archäologischer Grabungen im digitalen Kontext, und stellt die Frage nach dem Aussagewert der gemeinfrei zirkulierenden und verfügbaren Bilder (und ihre Bedeutung für Museen und Wissenschaft) unter dem unvermeidbaren Einfluss von Künstlicher Intelligenz.


In ihrer neuen Installation Sunset Blue, 2026 setzt sich die Künstlerin und Historikerin Memory Biwa mit dem Genozid während der deutschen Kolonialherrschaft in Namibia auseinander. Anhand dissonanter Fragmente des sogenannten Blue Book sowie damit verbundener mündlicher Überlieferungen und verkörperter Archive veranschaulicht sie den fortwährenden Kreislauf von Widerstandskraft und dem Ringen um Wiedergutmachende Gerechtigkeit.



Programm

11.12.2026

13:30 Uhr Debasish Borah, Is this the Museum of European Civilisation?, Lecture Performance

Ort: Sanchi-Gate vor dem Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin


16:30 – 20:00 Uhr Šejla Kamerić, AWAKE, Performative Installation

Ort: Mariannenplatz, vor dem Kunstquartier Bethanien


18:00 Uhr Eröffnung der Ausstellung

Ort: Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin


19:00 – 20:00 Uhr Performance Yara Mekawei und Kerylos Aziz

Ort: Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin



12.12.2026

11:00 – 12:00 Uhr Thematische Führung mit Kerylos Aziz, Egyptology, Archeological Sites in Egypt and Traces of Hatshepsut in Berlin

Ort: vor Dussmann, das KulturKaufhaus, Friedrichstraße 90, 10117 Berlin, Museumsinsel und vor dem Neuen Museum, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin


Symposium, 12.12.2026

Ort: Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Am Sudhaus 3, 12053 Berlin

Einlass ab 14 Uhr, Beginn 14:30 Uhr mit einer Einführung

15:00 – 17:00 Uhr Panel Enlightenment, Colonial Plunder, the Return of Hatshepsut

Prof. Dr. Nikita Dhawan, Kerylos Aziz, Elena Sinanina, Yara Mekawei


17:15 – 18:00 Uhr Präsentation und Gespräch

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Mona Feyrer und Lisa Kern


Symposium, 13.12.2026

Ort: Kindl – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Am Sudhaus 3, 12053 Berlin

Einlass ab 9:30 Uhr, Beginn 10:00 Uhr

10:00 – 12:00 Uhr Panel Mythologies, Biographies, the Ghosts of Colonialism

Sonya Schönberger, Kamala Vasuki, Šejla Kamerić, Prof. Dr. Ewa Majewska


12:15 – 14:15 Uhr Panel

Colonialism, Architecture, Archive

Ayman Alazraq, Prof. Dr. Ciraj Rassool, Dr. Memory Biwa, Dr. Debasish Borah


15:00 – 17:00 Uhr Präsentation und Gespräch

Provenance Lab, Leuphana Universität Lüneburg

Agustina Andreoletti, Nnenna Onuoha, Prof. Dr. Lynn Rother, Dr. Claudia Andratschke


17:15 – 18:00 Uhr Filmscreening

Ariella Aïsha Azoulay, Palestine is there, where it had always been (2026)


18:00 – 19:45 Uhr Diskussion und Abschluss

Informationen und Öffnungszeiten

Installation AWAKE

11.12.2026: 16:30 – 20:00 Uhr

Ausstellung

11.12.2026: 18:00 – 20:00 Uhr

12.12.2026 – 21.12.2026: 10:00 – 18:00 Uhr

Kuratorische Führungen: 15.12. – 21.12.2026, täglich, 13:00 – 14:00 Uhr, ohne Anmeldung

Eintritt frei


Symposium

12.12.2026: 14:30 – 18:00 Uhr

13.12.2026: 10:00 – 19:45 Uhr

Tickets für Symposium, Führung Kerylos Aziz und Lecture Debasish Borah ab 2.11.2026




Zusätzliche Informationen

Adressen:

Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

Kindl, Zentrum für Zeitgenössische Kunst (Maschinenhaus), Am Sudhaus 3, 12053 Berlin

Sanchi-Tor vor dem Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin

Treffpunkt der Führung: vor Dussmann, das KulturKaufhaus, Friedrichstraße 90, 10117 Berlin, Museumsinsel und vor dem Neuen Museum, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

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