Berlin erfindet sich immer wieder neu - und in diesem Herbst vor allem an Orten, die selbst schon viel Stadtgeschichte erlebt haben. So beginnt im legendären Kranzler Eck ein neues gastronomisches Kapitel, in die ehemaligen Räumen des Watergate zieht wieder Clubleben ein und in einer historischen Stadtvilla in der Fasanenstraße öffnet das Exilmuseum erstmals seine Türen.
Freut euch auf Daneben entstehen in den Kiezen neue Restaurants, kreative Orte und ungewöhnliche Läden. Unsere elf Neueröffnungen zeigen, wie Berlin Bekanntes neu belebt und gleichzeitig Raum für neue Ideen schafft.
Tipp 1: Exilmusem öffnet mit erster Ausstellung in der Fasanenstraße
Mit „Von hier aus“ öffnet das Exilmuseum erstmals seine Türen in der Fasanenstraße. Die Ausstellung folgt den Lebenswegen von Menschen, die einst hier wohnten und während der NS-Zeit ins Exil gezwungen wurden; darunter Persönlichkeiten wie Heinrich Mann, Essad Bey und die Bauhaus-Textildesignerin Otti Berger. Persönliche Dokumente und Objekte erzählen von Verlust, Verfolgung und Neubeginn; zugleich schlagen zeitgenössische Stimmen eine Brücke zu heutigen Erfahrungen des Exils.
Auch die historische Stadtvilla (im Bild ist eine andere Villa zu sehen) selbst wird zum Exponat: Die Schau erkundet die Geschichten der Straße, des Gebäudes und eines wiederentdeckten Schranks, dessen frühere Besitzer nach langer Recherche ermittelt werden konnten.
Gut zu Wissen. Nach dem Ende der aktuellen Ausstellung wird die Stadtvilla umgebaut und barrierearm erschlossen; die spätere Dauerausstellung soll dann Ende 2027 eröffnen. Damit nimmt das Museum früher als ursprünglich geplant seine Arbeit auf, allerdings nicht im vorgesehenen Neubau am Anhalter Bahnhof, sondern in der Fasanenstraße in Charlottenburg. taz.de
Wann: „Von hier aus“, 2. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027, Mittwoch bis Sonntag 11 - 17 Uhr, Donnerstag 11 - 19 Uhr Exilmuseum
Wo: Exilmuseum, Fasanenstraße 24, Charlottenburg
Tipp 2: Italienische Lebensfreude zieht ins traditionsreiche Kranzler Eck
Im traditionsreichen Kranzler Eck (siehe historisches Postkartenbild) schlägt ab November ein italienisches Herz: Circolo Popolare bringt frische Pasta, neapolitanische Pizza und großzügige Gerichte zum Teilen in die berühmte Rotunde. Lange Gemeinschaftstische, Vintage-Fundstücke und die mit über 1.000 Flaschen dekorierten Wände sorgen für eine ebenso opulente wie gesellige Kulisse. Das Restaurant in der ehemaligen Berliner Kaffeehaus-Ikone ist bereits der dritte Berliner Standort von Big Squadra.
Wann: Eröffnung am 20. November 2026 Neueroeffnung.info
Wo: Kurfürstendamm 22, Charlottenburg
Tipp 3: Silencio bringt für sieben Monate Clubkultur zurück ins Watergate
An der Oberbaumbrücke beginnt ein neues Kapitel für eine bekannte Berliner Clubadresse: In den Räumen des ehemaligen Watergate eröffnet am 30. Oktober das Silencio Berlin. Der Pariser Culture Club kommt für eine siebenmonatige Residency an die Spree und setzt neben elektronischer Musik auf Kunst, Performance und Film. Jedes Wochenende soll ein anderes Kollektiv das Programm gestalten.
Auch räumlich bekommt der ehemalige Club ein neues Gesicht. Studio Karhard, bekannt für die Innenarchitektur des Berghains, hat die Architektur gestaltet, während der Künstler und Architekt Marc Leschelier Skulpturen und Installationen beisteuert. Schwarze Wände und neu positionierte Tanzflächen verändern die vertrauten Räume; einige Spuren des Watergate sind dennoch erhalten geblieben. Für das Lichtkonzept zeichnet Studio Raito verantwortlich.
Die Geschichte von Silencio begann 2011 in Paris. Das dortige Interieur entwarf Filmemacher David Lynch. Inzwischen ist das Konzept auch in New York und auf Ibiza vertreten und gastierte mit temporären Projekten unter anderem in Cannes und Miami. Mit Berlin kommt nun ein weiterer Schauplatz hinzu - ausgerechnet dort, wo das Watergate Ende 2024 nach 22 Jahren seine letzte Nacht feierte.
Wann: 30. Oktober 2026 bis Mai 2027
Wo: ehemaliges Watergate an der Oberbaumbrücke, Falckensteinstraße 49, Kreuzberg
Tipp 4: Besucht die neue Flaneur Brasserie am Ku’damm
An einer traditionsreichen Ecke der City West beginnt ein neues gastronomisches Kapitel: Im Hotel Bristol Berlin eröffnet die European Brasserie Flaneur. Wo einst das „Kempinski-Eck“ und später das „Reinhard’s“ zu Hause waren, setzt das neue Restaurant auf europäische Brasserieküche mit französischem Fundament und Berliner Akzenten. Am Herd steht Catalin Ghinea, der zuvor in Michelin-Restaurants in London und New York gearbeitet hat. Rund 120 Plätze im Restaurant und eine große Terrasse direkt am Boulevard machen das Flaneur zum neuen Anlaufpunkt für Frühstück, Lunch und einen entspannten Abend am Ku’damm. Berliner Morgenpost
Wann: täglich 6.30 - 10.30 Uhr und 11.30 - 21.30 Uhr
Wo: FLANEUR - European Brasserie, Kurfürstendamm 27, Charlottenburg
Tipp 5: Zwei Küchen, eine gemeinsame Sprache
Im Helmholtzkiez verbindet Quê die Aromen Vietnams mit kulinarischen Einflüssen aus Südamerika. Hinter dem Restaurant stehen der in Vietnam geborene Gastronom Nha Nguyen und der peruanische Koch Yuri Neil Enriquez Ruiz. Ihr Sharing-Menü spielt mit Gemeinsamkeiten beider Küchen: kräftige Gewürze, frische Kräuter und Gemüse prägen Gerichte wie geschmorte Rinderbäckchen mit Maisfladen und Thai-Basilikum oder Tuna Tiradito mit peruanischer gelber Chili. Auch das Interieur greift beide Kulturkreise auf und schafft mit Keramik, Textilien, Farbe und einer angenehm ruhige Atmosphäre. Die Berliner Gastro-Presse führt Quê unter den Neueröffnungen des Jahres 2026.
Wann: Montag – Freitag 17.30 – 22.30 Uhr, Samstag 15 – 23 Uhr, Sonntag 15 – 21.30 Uhr
Wo: Quê, Lychener Straße 41, Prenzlauer Berg
Tipp 6: Werdet kreativ in der neuen Kulturwerkstatt
In der Europacity (siehe Bild) eröffnet die DKB STIFTUNG einen neuen Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern gemeinsam gestaltet wird. Workshops, Ausstellungen, offene Ateliers und Gesprächsformate verbinden Kreativität mit Themen wie Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Demokratie. Das kostenfreie Programm richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen und setzt bewusst auf Inklusion und kulturelle Teilhabe.
- Am 22. Oktober können Familien und alle Interessierten ab 5 Jahren mit dem Künstlerkollektiv TAPE THAT von 16.30 - 18 Uhr Tape Art gestalten. Anmeldung bis 19. Oktober 2026: kulturwerkstatt@dkb.stiftung.de
- Und am 6. November 2026 lädt Nikolaus Schrot, Mitbegründer des Kunstprojekts „Genius Loci Berlin“ dazu ein, den Kiez rund um die Kulturwerkstatt von 14 - 15.30 Uhr aus neuen Perspektiven zu entdecken. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen mit Behinderung und Neurodiversiät. Anmeldung bis 04. November 2026: kulturwerkstatt@dkb.stiftung.de
Wann: Eröffnung im Oktober 2026; erste Angebote im Rahmen der DKB-Campus-Eröffnungswoche ab 12. Oktober 2026 DKB Stiftung
Wo: DKB Stiftung, Heidestraße 28, Moabit
Tipp 7: Taucht ein in die phantastische Welt von Wellvern
Ein Buchladen für eine einzige Fantasy-Welt: Mit dem Wellvern-Shop bekommt die sechsteilige Saga „Eden Hall“ einen eigenen Ort in Berlin. Auf 160 Quadratmetern lässt eine viktorianisch inspirierte Einrichtung mit dunklen Holzregalen, mintgrünen Wänden und gemütlichen Leseecken die Welt von Wellvern lebendig werden. Lesungen, Reading Partys und Character-Design-Workshops führen künftig noch tiefer in die Geschichten und ihre Figuren.
Wann: Montag bis Samstag 11 - 18 Uhr
Wo: Wellvern-Shop, Rosenthaler Straße 13, Mitte
Tipp 8: Lilith lädt in Charlottenburg zum Brunch oder Wein am Abend
Mit Lilith ist in der Fasanenstraße eine neue Brunch- und Weinbar eingezogen. Bis 17 Uhr werden hier French Toast, Eggs Benedict und Specialty Coffee serviert. Zeremoniell zubereiteter Matcha und feine Patisserien ergänzen das Angebot. Abends wählt ihr zum sorgfältig ausgewähltes Glas Wein Käse, Tapas oder Austern. Ein elegant-entspannter Neuzugang für alle, die den Brunch gern etwas länger ausdehnen. Lilith Berlin
Wann: Sonntag bis Freitag 8.30 – 18.30 Uhr, Freitag & Samstag, 8.30 – 22.30 Uhr
Wo: Lilith, Fasanenstraße 42, Charlottenburg
Tipp 9: Stadt trifft Natur: Neuer Audiowalk im Kienbergpark
Den Kienbergpark gibt es jetzt auch zum Hören: Der neue, kostenlose Audiowalk „Stadt trifft Natur“ führt auf rund zwei Kilometern zu 23 Stationen. Geschichten über Stadtnatur, Parkgeschichte und engagierte Menschen begleiten den Weg zu Orten wie Wolkenhain, Wuhleteich und Kienberggarten. Die Beiträge lassen sich per QR-Code flexibel auf dem eigenen Smartphone abrufen. Das Angebot gibt es auf Deutsch, Englisch und in Leichter Sprache. So wird der Spaziergang durch den 60 Hektar großen Landschaftspark zur individuellen Entdeckungstour.
Wann: der Audiowalk ist jederzeit individuell nutzbar und der Kienbergpark als öffentliche Grünanlage uneingeschränkt zugänglich
Wo: Kienbergpark, Hellersdorfer Straße 159, Marzahn-Hellersdorf
Tipp 10: Genießt mediterrane Momente bei AURA
Vom Brunch bis zum Dinner bringt AURA mediterrane Leichtigkeit in die Bundesallee. Geprägt von kroatischen Wurzeln verbindet das neue Restaurant südeuropäische Küche mit moderner Café- und Barkultur. Morgens stehen etwa Bowls, Pancakes und Egg Dishes auf der Karte, mittags gibt es wechselnde Gerichte und am Abend sorgen warme Lichter, Drinks und gelegentliche Live-Musik für einen stimmungsvollen Ausklang.
Wann: Sonntag bis Donnerstag 9 - 21 Uhr, Freitag und Samstag 9 - 22 Uhr
Wo: Bundesallee 205, Wilmersdorf
AURA
Tipp 11: Laura Spilker eröffnet neue Schmuckboutique
Ab Mitte Oktober könnt ihr in den Hackeschen Höfen eine neue Adresse für handgefertigten Schmuck entdecken: Designerin Laura Spilker eröffnet in Hof 4 ihre erste eigene Boutique. Bei Schmuck by Laura Spilker erwarten euch zeitlose, organisch gestaltete Schmuckstücke aus Sterling Silber und Gold, die im eigenen Atelier gefertigt werden. Neben den Kollektionen gibt es ausgewählte weitere Produkte und persönliche Beratung in entspannter Atmosphäre.
Wann: ab Mitte Oktober 2026
Wo: Rosenthaler Straße 40/41, Hackesche Höfe, Hof 4, Mitte
Wiedereröffnung 2027: Das Bauhaus-Archiv kehrt zurück
Nach jahrelanger Sanierung und Erweiterung wird das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung 2027 wieder am historischen Standort in Tiergarten öffnen. Herzstück bleibt Walter Gropius’ markanter Museumsbau mit seinen charakteristischen Sheddächern, ergänzt um einen neuen gläsernen Turm und zusätzliche Ausstellungsflächen. Künftig lässt sich hier die weltweit umfangreiche Sammlung zur Geschichte des Bauhauses neu entdecken - von Architektur und Design bis zu Fotografie, Kunst und Alltagsobjekten.
Die behutsame Verbindung von denkmalgeschütztem Bestand und zeitgenössischer Architektur macht schon das Gebäude selbst zum Erlebnis.
Wann: Wiedereröffnung voraussichtlich 2027
Wo: Klingelhöferstraße 14, Tiergarten
