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Wer erzählt die Geschichten queerer Bewegungen, und von wem handeln sie?

Die Ausstellung erzählt queere Geschichte in Deutschland aus den Perspektiven von Queers of Color. Im Zentrum stehen politische Organisierung und selbstgeschaffene Räume ebenso wie Kunst, Begehren, Verwandtschaft, Spiritualität, Sorge und Alltag. Historische Dokumente treffen auf zeitgenössische Arbeiten, Stimmen und Erinnerungen.


In einem mosaikartigen, kollaborativen Prozess fragt das kuratorische Team: Woraus entsteht Geschichte? Wo kommen wir zusammen? Woran knüpfen wir an? Was geben wir weiter?


Die Ausstellung bricht mit gängigen Vorstellungen von Queerness, die vom Leben weißer, mittelständischer Lesben und Schwuler ausgehen. Im Zentrum stehen Queers of Color – queere Menschen mit Rassismuserfahrung.

Ihre Geschichten erzählen von Widerstand, aber ebenso von Freiräumen, Beziehungen, Begehren und Formen des Zusammenlebens.


Zugleich hinterfragt „Nicht die Letzten“ das hauseigene Archiv. Seit über 40 Jahren geben Queers und Allies Flyer, Buttons, Pornos, Notizheftchen und persönliche Gegenstände in die Sammlung. Doch Schwarze queere Geschichte und die Geschichten von Queers of Color sind darin nur bruchstückhaft überliefert. Was ins Archiv gelangt, prägt mit, welche und wessen Geschichte später erzählt werden kann.


Von dieser Leerstelle ausgehend begann Tarek Shukrallah 2021 mit Recherchen im Archiv des Schwulen Museums. 2024 gab Shukrallah schließlich den Sammelband „Nicht die Ersten: Bewegungsgeschichten von Queers of Color in Deutschland“ heraus. Die Ausstellung knüpft daran an und führt die Auseinandersetzung kollaborativ weiter. Die 1986 gegründete Schwarze Frauenorganisation ADEFRA und der „Salon Oriental“, ein Vorläufer von GAYHANE, sind zwei von vielen Beispielen, an denen queere Selbstorganisation of Color und die Notwendigkeit eigener Räume sichtbar werden. Sie waren nicht die Ersten, sie waren bereits hier.


Das Archiv wird in der Ausstellung nicht nur gezeigt, sondern benutzt. In offenen Archivboxen können Besucher*innen Materialien selbst in die Hand nehmen, am Kopierer vervielfältigen und in die beim Einlass erhaltene Ausstellungsmappe aufnehmen. Mit der „Time Capsule“ können sie zudem einen Brief an eine Person in der Zukunft ins Archiv geben. Dieses versteht sich nicht als abgeschlossene Erzählung, sondern als Arbeitsmaterial und Ort der Begegnung, der von Vielen getragen wird. Sie werden nicht die Letzten gewesen sein.


Die Ausstellung entfaltet sich in neun Kapiteln: von konkreten Utopien und selbstorganisierten Räumen über Archive, (Wahl-)Verwandtschaften, Religion und Spiritualität bis zu Begehren und der Kritik am Museum selbst. Fragen nach Rassismus, Migration, Klasse, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Vertreibung und Zugehörigkeit kehren dabei immer wieder zurück. „Nicht die Letzten“ wagt den Blick auf das große Ganze, ohne eine vollständige oder beendete Geschichte zu behaupten – und fragt, was weitergegeben werden muss, damit die heute Versammelten nicht die Letzten bleiben.


  • Kuration: Tarek Shukrallah

In Kollaboration mit | In collaboration with Jessica Walter, Rena Onat, Jasco Viefhues, Saboura Naqshband & Madi Awadalla



Ausgestellte Werke von

Assima, Madi Awadalla, Jürgen Baldiga, Lina Bembe, Bishop Black, EL BOUM, Fallon Tiffany Cabral, Caritia, Asarela Orchidia Dewi, Samet Durgun, Todd Ford, Kadir G., Manuel Ricardo Garcia, Bert Heinzlmeier, AnouchK Ibacka Valiente, Diane Izabiliza, Venessa Kaiser, Decolonial Killjoy, Bär Kittelmann, Joaquín La Habana, Arjun Lal, Majdolen, Chie Marquart-Tabel, Maksim Mau, Yezenia Mezu, Bita Mills, Faishal Ahabed Nabil, Saboura Naqshband, Rena Onat, Jamal Phoenix, Saida-Mahalia Saad, Ceren Saner, Tejal Shah, Tarek Shukrallah, S Srabonti, Kali Sudhra, Michael Taubenheim, Tinuke Illustration, Elija Tourkazi, Christian Vagt, Jasco Viefhues, Jessica Walter, Akib Zaman



Eröffnung | Opening: 26.11.2026, 19:00 Uhr


Laufzeit | Duration: 27.11.2026 - 17.05.2027


Zusätzliche Informationen

Öffnungszeiten:


Montag, Mittwoch, Freitag: 12–18 Uhr

Donnerstag: 12–20 Uhr

Samstag: 14–19 Uhr

Sonntag: 14–18 Uhr

Dienstag: Ruhetag


Feiertage: von 14 bis 18 Uhr geöffnet (Internationaler Frauentag, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit); am 1.1., 24.12., 25.12., und 31.12., sowie an Dienstagen geschlossen

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